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Der Impuls

von Pastor Christoph Bersch

Liebe Gemeindemitglieder!

Was hat das Gutachten zum sexuellen Missbrauch im Erzbistum Köln für Wellen geschlagen. Zunächst, weil es so lange gedauert hat, bis es veröffentlicht wurde. Dann, weil das Ausmaß eine erschreckende Dimension angenommen hatte. Und nicht zuletzt, weil manche Täter – und damit auch Opfer! – hier im Oberbergischen Kreis gelebt haben.

Die Wellen in den Medien haben sich zwar gelegt, das Gutachten ist für jeden Interessierten einsehbar. Erste Konsequenzen personeller Art sind gezogen. Weitere Maßnahmen werden umgesetzt. Und doch bleiben Emotionen: Wut, Entrüstung, Fassungslosigkeit. Wie konnten Täter so unbehelligt bleiben? Wie konnten Opfer so übersehen werden? Wie konnte ein System über Jahrzehnte funktionieren, das sich mehr selbst schützte, vielfach vertuschte, statt sich konsequent und mit aller Kraft für die Betroffenen einzusetzen: für Aufarbeitung und Anerkennung. Für Entschädigung und Therapien. Für eine vorbehaltlose Opferperspektive.

Diese Gedanken schreibe ich am 4.Ostersonntag. Er wird auch der „Sonntag des Guten Hirten“ genannt. So bezeichnet sich Jesus im Evangelium und verbindet dies zweimal mit dem Zusatz: „Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“ Schon hier beschreibt Jesus im Gegenbild auch den „bezahlten Knecht, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören.“ Er lässt die Schafe im Stich. Er flieht, wenn der Wolf kommt, und überlässt sie damit der tödlichen Gefahr. „Weil ihm an den Schafen nichts liegt“ – pointierter kann Jesus nicht ausdrücken, welches Unheil schlechte Hirten anrichten können.

Ein wirklicher Grund zur Gewissenserforschung! Für uns Priester zuallererst. Für alle Seelsorgenden. Für Eltern und Erziehende. Für alle Menschen in helfenden, in caritativen Berufen. Es geht nur mit Leidenschaft und Hingabe. Mit Sorge und einer Liebe, in der es keinen Egoismus geben darf, kein Des- oder Eigeninteresse.

Das Bild des Guten Hirten: noch nie hat es mich so betroffen und nachdenklich gemacht wie in diesen Wochen. Es ist kein idyllisches Bild. Es ist ein Stachel im Fleisch einer sich selbst genügenden, auf das Eigenwohl bedachten, behäbigen, abgeschotteten und glaubensschwachen Kirche. Bitten wir Jesus Christus, dass er uns Seelsorger zuerst, letztlich aber alle Getauften zu einer glaubwürdigen Gemeinschaft macht, wo die Schwachen, die Kleinen, die Schutzbefohlenen an erster Stelle stehen. Denn ihnen gilt Jesu Zusage: „Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes.“

Im Namen des Pastoralteams wünsche ich Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine neue Woche in Liebe, Sorge und Hingabe für die uns Anvertrauten.

Ihr und Euer Pastor Christoph Bersch

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