von Pastor Christoph Bersch

Liebe Gemeindemitglieder!

Jeden Morgen beginnt das Stundengebet der Kirche mit dem Psalm 95: „Kommt, lasst uns jubeln vor dem HERRN und zujauchzen dem Fels unseres Heiles!“ Bei allem, was ein Tag mit sich bringen kann – Glück oder Unglück, Alltägliches oder Besonderes, Harmonie oder Ärger, Grund zur Freude oder ein Schicksalsschlag -, steht am Anfang die Freude an Gott, der mich durch mein Leben, auch durch Wüstenzeiten führt.

An diesem Sonntag begegnet uns Psalm 95 im Antwortpsalm der Messe. Und wir sehen in diesem Gebet: da werden nicht nur Freude und Jubel, sondern ganz realistisch auch das verschlossene Ohr und das verhärtete Herz des Menschen zur Sprache gebracht: „Würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören. Verhärtet euer Herz nicht…“

Bei den Erstkommunionen, die wir derzeit feiern, ist das Leitwort „Du bist ein Ton in Gottes Melodie.“ Nicht nur die Kinder: Wir alle! Findet da Gottes Stimme Widerhall in mir? Oder bin ich taub für den Herrn? Und hart im Herzen, so dass statt Freude Verbitterung, Aggression und Unzufriedenheit die Lebensmelodie prägen?

Es geht dem Psalmenbeter nicht im geringsten um eine aufgesetzte Freude, einen oberflächlichen Jubel, eine gespielte gute Laune. Wenn es im Alten Testament heißt: „Es ist Gott eine Freude, bei den Menschen zu wohnen“, dann ist unsere Freude, unsere innere Gelassenheit, unser Gottvertrauen eine Antwort auf die Zusage Gottes, uns jederzeit zur Seite zu stehen. Auch in Zeiten von Wüste. Von Corona mit all den Unsicherheiten und Unwägbarkeiten. Von Sorgen und Leid. Von Unzufriedenheit.

Oder wie es uns Jesus heute im Evangelium mit aller Klarheit zusagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“

„Kommt, lasst uns jubeln“ – ich wünsche Ihnen im Namen des Pastoralteams einen frohen Sonntag und eine von Gottes guter Gegenwart erfüllte neue Woche!

Ihr Pastor Christoph Bersch

 

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