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Der Impuls

Der Impuls –

von Kaplan Jatau Emmanuel

Das Gleichnis, das Jesus im heutigen Evangelium erzählt, ist einzigartig im Lukasevangelium. Jesus hat auf seiner Reise nach Jerusalem die Menschenmenge belehrt. Während er lehrt, beschweren sich die Pharisäer und Schriftgelehrten und fordern Jesus heraus, weil er Sünder an seinem Tisch willkommen heißt. Heute hören wir das dritte von drei Gleichnissen, die Jesus als Antwort auf seine Kritiker erzählt. Diese drei bekannten Gleichnisse – das verlorene Schaf, die verlorene Münze und das heutige Gleichnis vom verlorenen Sohn – regen uns dazu an, über die Tiefe von Gottes Barmherzigkeit und Liebe nachzudenken.

Die Pharisäer lehrten die peinlich genaue Einhaltung des jüdischen Gesetzes. Nach ihrer Auslegung und Praxis wurden gläubige Juden, die mit Sündern Tischgemeinschaft hatten, als unrein angesehen. Wie Jesus hofften auch die Pharisäer, die Sünder zu Gott zurückführen zu können. Die Pharisäer verlangten jedoch, dass Sünder zunächst rituell rein werden mussten – und zwar gemäß der Auslegung des jüdischen Gesetzes durch die Pharisäer -, bevor sie die Tischgemeinschaft genießen konnten. Dies scheint einer der Hauptunterschiede zwischen den Pharisäern und Jesus zu sein. Jesus geht auf die Sünder zu, solange sie noch Sünder sind, und lädt sie durch die Gemeinschaft mit ihm zur Umkehr ein. Jesus ist Gott, der unter uns handelt; indem er sich mit uns anfreundet, lädt er uns ein, zur Freundschaft mit Gott zurückzukehren. Durch die Freundschaft mit Jesus werden uns die Sünden vergeben, und wir bringen unsererseits Frucht für Gott. Erinnern wir uns an das Evangelium des letzten Sonntags und an den unfruchtbaren Feigenbaum.

Unsere Vertrautheit mit dem heutigen Gleichnis birgt die Gefahr, dass wir seine ungeheuer kraftvolle Botschaft nicht mehr wahrnehmen. Wir nennen es das Gleichnis vom verlorenen Sohn oder vom verlorenen Sohn. Die Konzentration auf den jüngeren Sohn muss jedoch durch eine Untersuchung des ungewöhnlichen Verhaltens des Vaters ausgeglichen werden.

Zunächst müssen wir uns unsere erste Reaktion auf die Dreistigkeit eines Sohnes vorstellen, der um sein Erbe bittet, bevor sein Vater gestorben ist. Empörung wäre sicherlich eine berechtigte Reaktion auf eine solche Forderung. Doch der Vater in diesem Gleichnis stimmt der Bitte des Sohnes zu und teilt seinen Besitz unter seinen beiden Söhnen auf. Wie könnten wir einen solchen Vater beschreiben? Töricht kommt mir in den Sinn, aber auch vertrauensvoll. Ohne eigenen Besitz ist der Vater darauf angewiesen, dass seine Söhne für sein Wohlergehen sorgen.

Der jüngere Sohn nimmt sein Erbe und verlässt das Haus. Der ältere Sohn bleibt zurück und sorgt weiterhin für den Vater und den Haushalt. Nachdem der Vater durch den jüngeren Sohn in Ungnade gefallen ist, verbringt er einige Zeit damit, die Straße nach der Rückkehr des verlorenen Sohnes zu beobachten. Als er schließlich seinen abtrünnigen Sohn zurückkehren sieht, heißt der Vater ihn nicht nur willkommen, sondern läuft hinaus, um ihn zu begrüßen, und ehrt ihn dann mit einem Fest. Wir sagen, dass dieser Vater liebevoll und vergebend ist. Doch diese Adjektive beschreiben nur ansatzweise die Tiefe der Liebe und Barmherzigkeit, die den Vater auszeichnet.

Der Zorn des älteren Sohnes überrascht uns nicht. Dennoch scheint der Vater traurig und sogar verwirrt über die Empörung des älteren Sohnes. Er entgegnet, dass sie feiern sollten, weil der verlorene Sohn zurückgekehrt sei. Der Vater ist erfüllt von Dankbarkeit und Liebe für die Treue des älteren Sohnes. Diese Liebe wird in keiner Weise durch die Freude des Vaters über die Rückkehr des jüngeren Sohnes geschmälert. Doch die Eifersucht des älteren Sohnes zeigt, dass er die Tiefe der Liebe seines Vaters nur begrenzt versteht.

Der vierte Sonntag der Fastenzeit wird traditionell Laetare-Sonntag genannt. Laetare ist ein lateinisches Wort, das „sich freuen“ bedeutet. Das heutige Evangelium beschreibt den Grund für unsere Freude: Gottes große Liebe zu uns ist in Jesus offenbart worden. Durch sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung hat Christus uns mit Gott und untereinander versöhnt.

Im Namen des Pastoralteams

Ihr Kaplan Jatau Emmanuel

 

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