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Der Impuls

von Diakon Rolf Faymonville

Impuls für die Pfarrnachrichten zum 04.10.2020

Ganz schön brutal, diese Winzer, wie sie mit den Knechten und sogar mit dem Sohn des Weinbergbesitzers umgehen. Und ebenso hart ist die Konsequenz, die Jesus den Hohepriestern und Ältesten vor Augen führt, wenn sie nicht seiner Botschaft vom Reich Gottes folgen. Denn in seinem Gleichnis ist es offenbar so, dass er selbst der Sohn des Weinbergbesitzers ist, seine Jünger sind die Knechte. Die Winzer, das sind die einflussreichen, mächtigen Religionsfunktionäre seiner Zeit. „Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt.“

Wer Jesus nicht annimmt, wer seine Botschaft von dem Gott nicht annimmt, der liebt und verzeiht, der Mensch wird, weil er verrückt nach uns ist, der hilft und rettet – wer diese frohe Kunde nicht annimmt, der wird nicht teilhaben am Heil, am Reich Gottes.

Diese klare Aussage gilt auch uns. Aber ist das nicht zu hart? Ist das der „liebe Gott“, den wir Christen so gern hätten? Gott ruft in die Entscheidung, alles andere ist nur Konsequenz aus unserem entscheidenden Schritt. Gott ist nicht brutal, er nimmt uns aber ernst.

Ist unsere Kirche, sind wir selbst so ausgerichtet, dass wir Jesus annehmen? Die Hohepriester feierten auch den Gottesdienst korrekt und „fromm“. Die Pharisäer befolgten treu und oft sogar kleinlich alle Gebote. Aber das reicht nicht! Haben sie Gott erkannt? Haben sie Jesus als seinen Sohn angenommen?

Haben wir Jesus Botschaft angenommen? Oder lassen wir uns nicht allzu oft von Selbstgerechtigkeit, von Sehnsucht nach Ansehen und Einfluss, von dem unbedingten Willen nach Wohlstand und von der Angst, unser „gutes Leben“ einschränken zu müssen, bestimmen, statt Jesu Worten zu folgen?

„Bringt Frucht!“ Das heißt: „Macht erfahrbar, dass Gott die Menschen liebt. Seid bescheiden und strebt nicht nach Macht. Setzt Euch engagiert ein im Dienst für die, die Hilfe benötigen. Geht respektvoll miteinander und mit der Schöpfung, die Gott Euch geschenkt hat, um!“ Wie weit sind wir oft davon entfernt?

Machen wir Jesus zum Eckstein unseres Lebens, auf den es vor allem ankommt. Nehmen wir Maß an seinem Handeln, an seiner Liebe. Lassen Sie uns gemeinsam heute, jetzt damit anfangen! Und wenn es nicht so recht gelingt, lassen Sie uns es wieder versuchen – immer wieder neu. Dann bringen wir Frucht, dann sind wir Gottes Volk.

Herzliche Grüße im Namen des ganzen Seelsorgeteams!

Ihr Diakon Rolf Faymonville

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