von Diakon Patrick Oetterer

„das Innerste der Wirklichkeit zum Herz der Erkenntnis machen“

( J. A. Gonzales Sainz)

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

die krisenhafte Erfahrung der Corona-Pandemie mit ihren sozialen Folgen für unser Gemeinwesen steht uns nachhaltig vor Augen. Dazu kommt die bedrückende Situation unseres Klimas, das eine weitere, weltweite Herausforderung für die nächsten Jahrzehnte darstellt. Der Anspruch dieser Größen liegt ganz bestimmt nicht allein in ihrer technischen Bewältigung und Beherrschung. Wir sind auch in unseren persönlichen Haltungen, Entscheidungen, in unserem Lebensstil sowie in unserem Glauben angefragt und herausgefordert. Hier treffen wir auf Situationen, die eine geistliche Auseinandersetzung und eine eigene Stellungnahme für ein verändertes Alltagsleben erfordern, um solche Krisen durchzustehen und sie womöglich zu bewältigen. Wer weist uns in einzigartiger Weise glaubhaft und völlig uneigennützig den Weg, um persönliche Verantwortung zu entdecken und Umkehr einzuleiten?

Jesus geht unser Leben mit, er kennt unsere innere und äußere Lebenssituation. Liebevoll, barmherzig und klar kommt er uns im Evangelium in seinen Begegnungen, Gesprächen, Handlungen und Forderungen entgegen. Dies kommt im heutigen Evangelium beeindruckend darin zum Ausdruck, dass er uns herausfordert, unseren Mitmenschen siebzigmal siebenmal, also immer wieder, zu vergeben. Vor allem er selbst schenkt uns unablässig Verzeihung, wenn wir ihn beispielsweise im Sakrament der Versöhnung darum bitten. Und so lässt er uns niemals allein, geht uns vielmehr immer voraus und nach. Er sieht und erkennt uns bis hinein in die tiefsten Winkel unseres Herzens. Er persönlich bittet uns um Umkehr und spricht uns dazu immer wieder Mut zu: „Fürchtet euch nicht!“ (Mt 28,10).

Jesus Christus zeigt sich uns als „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). Als die Liebe ist er das lebendige Innerste der Wirklichkeit. Darum ist er aus seiner Fülle heraus in jede unserer Lebenssituationen das entscheidende Angebot für ein gelingendes und erfülltes Leben (Joh 10,10). Damit wir das neu erkennen, annehmen und vertiefen können, sind wir eingeladen, seine ausgetreckten Hände zu ergreifen und mit seinen Augen auf unser Leben zu schauen. Über diesen „geistlichen Weg“ spricht Jesus sich uns zu. Nach und nach erwacht er in uns und mit ihm an unserer Seite die wahre Erkenntnis über unser Leben. Lassen wir uns doch immer wieder überraschen von seiner Dynamik, von seiner Freude an uns?  J. A. Gonzales Sainz bringt diesen inspirierten Weg markant so zum Ausdruck: „das Innerste der Wirklichkeit zum Herz der Erkenntnis machen“.

Probieren Sie es, rufen Sie IHN immer wieder in Ihre konkreten Lebenssituationen hinein, seien Sie offen für IHN. Bestimmt werden Sie positiv überrascht sein, wie konkret ER für Sie da ist (EX 3,14) und wirkt!

Einen gesegneten 24. Sonntag im Jahreskreis wünscht Ihnen, Ihren Familien,  Angehörigen und Freunden/Innen mit dem ganzen Seelsorgeteam  – Ihr Diakon Patrick Oetterer

Weitersagen: