von Diakon Olaf Kusenberg

Liebe Gemeinden,

in der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Jesaja zum heutigen 25. Sonntag im Jahreskreis lesen wir: „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege.“ Jesaja spricht diese Worte in eine Zeit hinein als sich das Volk Gottes nach Verschleppung und jahrzehntelangem Fristen in der Babylonischen Fremde zur Rückkehr in die Heimat aufmacht.

Ob das Volk diese Rückkehr noch für möglich gehalten hat? Doch der Prophet ruft wiederholt zur Umkehr auf: ein neuer Anfang mit diesem Gott ist möglich. Unsere Gedanken und unsere Wege bleiben angesichts der Größe Gottes immer begrenzt auf unseren menschlichen Horizont. Mitunter sind Gottes Gedanken und Wege für uns schwer oder kaum begreiflich.

Aber als Glaubende können wir uns mit unseren Gedanken und Vorstellungen von unseren Wegen vertrauensvoll an Gott wenden. Selbst wenn wir uns entgegen seinen Gedanken und Wegen durchsetzen wollen und scheitern, können wir in der Anrufung Gottes umkehren und einen Neuanfang wagen.

Für Jesaja war das erfahrene Elend des Volkes Gottes im Abfall Israels vom wahren Glauben an den einen Gott begründet. Jedoch schenkte Gott den zum Glauben Umgekehrten neue Hoffnung und Zuversicht in ihrer alten Heimat. Diese Einsicht in die Notwendigkeit der persönlichen Umkehr wünsche ich uns allen, um Gottes Gedanken und Wege zu unseren Gedanken und Wegen werden zu lassen.

Im Namen des Pastoralteams grüßt herzlich

Diakon Olaf Kusenberg

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