von Diakon Norbert Kriesten

Liebe Kinder, liebe Jugendliche, liebe Erwachsene!

Es ist Herbst! Wer jetzt in diesen Herbsttagen durch die Wälder streift, wird in den Bann gezogen von der unendlichen Farbenfülle und Vielfalt des Lebens. Andererseits treffen wir auf die Drohkulisse der abgestorbenen Fichtenwälder in unserer Heimat, auf Moder- und Fäulnisgeruch.

Auch die Herbstnebel steigen hier und da auf, die unsere Sicht einengen, unsere Sicht begrenzen. Ja, unsere Begrenzung ist unübersehbar: Unser Leben ist begrenzt, eingeengt, Leben und Tod liegen oft beieinander.

Aber trotzdem: Hoffnung steckt dahinter, Hoffnung trotz alledem, auch gegen die scheinbar noch so zwingende Erfahrung, dass Leben begrenzt ist und zudem noch endet.

Hoffnung: Nach dem Sterben im Herbst, nach dem Erstartsein im Winter, folgt der unnachahmliche Duft des Frühlings. Die Schöpfung erwacht zu neuem Leben und bringt es oft explosionsartig hervor.

Die Herbstsparziergänge laden zur Ruhe ein, zum Nachdenken, zur Besinnung.

Zur Besinnung auf das, was unser Leben letztlich ausmacht. Jeder Herbst zeigt es uns immer wieder neu.

Unwiderruflich stimmt: Mitten im Leben sind wir vom Tod umgeben. Aber ebenso sicher ist: Mitten im Tod erwartet uns das Leben, das andere Leben in Hülle und Fülle. Das sagt uns das Gleichnis der Natur in diesen Tagen.

Jesus Christus sagt uns: In sein Vergehen und Sterben nimmt er all unsere Vergehen und Sterben mit hinein und dadurch führt er unser Leben in sein ewiges Leben bei Gott.

Das ist die gute Nachricht des Herbstes – ob es die Farbenfülle oder das Abgestorbensein der Bäume ist: Wir brauchen am Vergehen nicht zu verzweifeln, sondern diese Nachricht schenkt uns widerständige Hoffnungskraft. Jetzt – (nicht nur) im Herbst.

 

Ihr/Euer

Diakon Norbert Kriesten

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