von Diakon Manfred Hoffstadt

Liebe Mitchristen,

„Jeder, der diese Hoffnung auf ihn setzt, heiligt sich, so wie er heilig ist.“

Dieser Text aus dem 1. Johannesbrief begegnet uns an Allerheiligen.

Allerheiligen, der erste Tag im November. Den Monat November erleben viele Menschen als still, trüb, dunkel, grau, traurig und einsam. Die „Novemberstimmung“ hat viele Menschen im Griff. Corona gibt noch seine „dunkle Tönung“ hinzu. Gäbe es eine Tonart für den Monat, wäre es wohl Moll.

Die Tage Allerheiligen und Allerseelen mit Friedhofsbesuch und Gräbersegnung passen scheinbar allzu gut in diese düstere Stimmung.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Auf mich wirken die Lichter der Kerzen auf dem Friedhof selten so beeindruckend wie an diesen Tagen. Zumal sie sich in ihrer offensichtlichen Vielzahl zu einem großen Hoffnungslicht zu vereinen scheinen.

Diese vielen kleinen Lichter – wie später die Lichter im Advent auf andere Weise – sind für mich jedes Jahr ein guter Hinweis darauf, was es meinen kann „heilig“ zu sein.

Im Alltag Licht für die sein, die im Dunklen leben! Überall da und auf die Weise, wie es mir „kleinem Licht“ möglich ist.  Und wenn mein Licht noch so klein scheint, es kann zum Hoffnungslicht in tiefer Dunkelheit werden. Wie kann ich „Licht“ sein?

Dafür gibt es keine Schablone. Unter den Heiligen, die wir in der Kirche feiern, gibt es Reiche und Arme, Soldaten und Bettler, Ordensleute und Arbeiter. Keine(r) ist wie die (der) andere. Aber eines ist gleich: Ihre selbstlose Liebe.

Klingt sehr heroisch, muss es aber vielleicht gar nicht sein. Sicher kennen Sie das auch: Manchmal merke ich, dass ich ein wenig Licht für andere sein konnte daran, dass es zu mir zurückkommt. Dann fühle ich mich beschenkt.

„Jeder, der diese Hoffnung auf ihn setzt, heiligt sich, so wie er heilig ist.“

Wenn wir ein Stück Licht vom Licht werden, mitten in unserem Alltag. Dann sind wir kleine Heilige, auch wenn wir in keinen Heiligenkalender aufgenommen werden.

Es grüßt Sie herzlich im Namen des Seelsorgeteams,

Ihr Diakon Manfred Hoffstadt

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