Markus – ein Name, der uns auch heute noch oft begegnet. Ein beliebter Jungenname, der zurückgeht auf

Liebe Freunde!

Markus – ein Name, der uns auch heute noch oft begegnet. Ein beliebter Jungenname, der zurückgeht auf eine besondere biblische Gestalt: auf „Johannes mit dem Beinamen Markus“, so die Apostelgeschichte (12,12).

Er findet hier erstmals in einer sehr kritischen Situation Erwähnung. Petrus, der Sprecher und Kopf der Apostel, wird verhaftet. Zeitgleich wird Jakobus als erster der Apostel mit dem Schwert hingerichtet. Nun muss Petrus damit rechnen, dass ihm das gleiche Schicksal zuteil wird. König Herodes ließ seinen Gefangenen streng bewachen. Er plante, ihn nach dem Paschafest dem Volk vorführen zu lassen.

„Brot und Spiele“. Die Mächtigen wussten schon damals, was dem Volk gefällt. Und wie man seine Beliebtheit steigert. Umso mehr Hochachtung habe ich vor Mächtigen, die keine Populisten sind. Die nicht den Menschen nach dem Mund reden und für den eigenen Erfolg, die eigene Macht das Leben anderer aufs Spiel setzen. So, wie es schon bei Jesus war, vor den man die Frau zerrte, die man des Ehebruchs beschuldigte.

Petrus im Gefängnis – und die Gemeinde? Sie betete inständig für ihn zu Gott. Großartig! Dieser Petrus wird nicht vergessen. Man belässt es nicht bei einem resignierten „Jetzt kann man nichts mehr für ihn tun.“ „Wäre er doch noch bei uns.“
Natürlich können Christen was tun! Immer. Wir haben das Gebet. Die Quelle unserer Gottesbeziehung. Die innere Kraft, die uns verbindet. Online mit Gott. Gerade dann, wenn wir um Menschen in Not wissen. Ja, um unsere ganze Welt in ihrer Not! Trockenheit, Brände, Umweltschäden, Naturkatastrophen, Klimaveränderung, Ausbeutung der Bodenschätze, Ausrottung von Tierarten – und da ist das, was Menschen anderen Menschen bis heute antun, noch gar nicht genannt.

„Ich weiß gar nicht, was ich beten soll.“ Hallo? Ist da wer? Alles verschlafen? Haben wir heute keine Christen, die verfolgt werden? Keine Kinder, die misshandelt oder missbraucht werden? Keine Frauen, die gedemütigt oder vergewaltigt werden? Keine Menschen, die ausgegrenzt und gemobbt werden? Keine Kranken, die auf unser Lebenszeichen oder eben auch unser Gebet warten?

Petrus wurde nicht vergessen. Und das inständige Gebet der Gemeinde bewirkte, dass er auf wunderbare Weise frei kam. Dass ein Engel Gottes ihn herausführte. Dass er in jenes Haus kam, wo die Gemeinde betete: es war das Haus von Markus und seiner Familie!

Sehr schön wird beschrieben, dass die Magd des Hauses Petrus erst gar nicht hineinlassen wollte und ihn vor lauter Freude vor der Türe stehen ließ. Und als sie der Gemeinde davon berichtete, wollten sie es erst gar nicht glauben: „Da sagten sie: Es ist sein Engel. Petrus aber klopfte noch immer. Als sie öffneten und ihn sahen, staunten sie. Er gab ihnen mit der Hand ein Zeichen zu schweigen und erzählte ihnen, wie der Herr ihn aus dem Gefängnis herausgeführt hatte.“

Eine wunderbare Geschichte! Zum einen, weil die Macht des Gebetes eindrucksvoll konkret beschrieben wird. Es löst Ketten. Es führt hinaus in die Freiheit. Es verwandelt eine hoffnungslose Situation. Es ermöglicht Begegnung. Es lässt uns erkennen, wie Gott handelt. Durch seinen Sohn. Durch seinen Geist. Durch seine Engel. Vielleicht auch durch uns selbst?

Der feine Humor in diesem Bericht liegt darin, dass die so intensiv betende Gemeinde gar nicht daran geglaubt hat, dass sich das Gebet erfüllen könnte. Und als Petrus an ihre Tür klopfte, da dachten sie, dass es gar nicht sein könnte. Bis sie erkannten: Er ist wirklich frei gekommen. Das Gebet der Gemeinde und das Wirken Gottes haben sich verbunden! Besonders schön ist es, dass sie sich die Zeit nehmen zu erzählen. Dass sie dem Petrus zuhören. Erzählen wir einander, wo uns Gott, wo uns sein Engel begegnet ist? Finden wir Raum und Zeit dafür?

Wenn wir bei der Heiligen Messe beten: „Der Herr nehme das Opfer an … zum Segen für uns und seine ganze heilige Kirche“, dann ist das auch nicht nur ein frommer Satz. Eucharistie feiern bringt uns Heil. Verändert die Welt und die Herzen der Menschen. Glauben wir das? Freuen wir uns auf die Heilige Messe, die uns zum Segen wird? Selbst dann, wenn wir uns noch etwas gedulden müssen, bis wir sie wieder selbst mitfeiern können.

Die „heilige Kirche“ meint übrigens nicht, dass alles in der Kirche heil und heilig ist. Das war sie nie, und das wird sie nie sein. Sie ist das Werk Gottes, von Jesus Christus selbst eingesetzt, aber sie wird immer aus Menschen bestehen, von Sünde und Schuld beschmutzt sein, immer der Vergebung bedürftig – wie wir alle!

„Heilig“ ist Kirche vor allem deshalb, weil und wenn sie sich um „den Heiligen“ versammelt, wenn sie Gott in ihrer Mitte weiß – und wenn sie betet! Und sie ist „Heilig“, wenn sie von Gott vollendet werden wird – und wir einmal zur „Gemeinschaft der Heiligen“ gehören dürfen. Endgültig. Dann von allen Fesseln – wie wir es gerade konkret erfahren – gelöst und befreit.

Diesen rettenden, befreienden Gott wird Markus auf der ersten Missionsreise des Apostels Paulus verkünden. Zumindest, bis er von Perge aus frühzeitig nach Jerusalem zurückkehrt. Warum er abbrechen musste, wissen wir nicht: Aber die „Warum“-Fragen sind, wie ich an anderer Stelle mit Euch schon bedacht habe, nicht die Wichtigsten. Wichtig ist das Ergebnis, das Ziel, und dass am Ende alles gut wird: zum Segen für uns!

Werfen wir noch einen kurzen Blick auf das Evangelium, das den Namen des Heiligen Markus trägt. Es ist das wohl älteste und ursprünglichste der vier Evangelien, auf jeden Fall das kürzeste.

„Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.“ Keine lange Einleitung: es geht gleich ins Zentrum. DIE gute Nachricht wörtliche Übersetzung von Evangelium) ist das Kommen Jesu Christi. Er ist selbst die von Gott ausgesprochene Frohe Botschaft. Sein Wort. Jesus ist der Sohn Gottes: es ist DAS Bekenntnis unseres Glaubens. Dafür bin ich Christ!

Im Versöhnungshochgebet berührt die schöne Beschreibung über Jesus: „Er ist dein rettendes Wort für uns Menschen. Er ist die Hand, die du den Sündern entgegenstreckst. Er ist der Weg, auf dem dein Friede zu uns kommt.“.

Jesus entdecken. Auf die Kraft des Gebetes vertrauen. Selbst zum Weg werden für den österlichen Frieden: das wünscht Euch allen

Euer Pastor Christoph Bersch

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