Ich fand die Bibel nie langweilig.

Liebe Gemeinden von Oberberg Mitte!
Liebe Freunde!

Ich fand die Bibel nie langweilig. Sie hat mich mit ihren Erzählungen schon als Kind begeistert. Da spricht Gott mit Menschen. Kümmert sich um sie. Und das auf jenem winzigen Planeten in diesen unendlichen Weiten. Faszinierend!

Später durfte ich die Heilige Schrift studieren, mich mit ihr auseinandersetzen. Und so wie es beim Sodoku-Spielen die Schwierigkeitsstufen „leicht“, „mittel“, „schwer“, „superschwer“ gibt, ist es auch bei der Bibel. Vieles ist so anschaulich und zu Herzen gehend, dass es jeder versteht, Manches auch anspruchsvoll und kaum zu „knacken“.
Der Unterschied ist: Hier geht es nicht nur um ein Spiel, um Beliebiges. Hier geht es um das „Wort des Lebens“ für mich persönlich und letztlich für alle Menschen.

Ich möchte Euch einladen, die Bibel neu zu entdecken. Schnell geht sie verloren zwischen Zeitungen, Fachzeitschriften, Krimis, Romanen und Sachbüchern, Fernseher und Computer, Blogs und Chats, Instagram, WhatsApp oder auch Facebook. Alles super, weil Gott viele Wege anbietet, IHN zu entdecken. Aber die Offenbarung in seinem Wort des Lebens bleibt eine der wichtigsten geistigen Quellen für uns, oder um es mit Jesus zu sagen: „Nicht vom Brot allein lebt der Mensch, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.“

Ich glaube, wir brauchen dieses stärkende, aufbauende, ermutigende, tröstende, manchmal auch provozierende, mahnende und aufrüttelnde Wort Gottes in diesen harten Zeiten ganz besonders. Wir hatten gestern Abend im Oberbergischen den ersten Todesfall. Ein Mitbruder von mir liegt seit gestern auf Intensivstation: Lungenentzündung durch Corona. Er ist noch jünger als ich.

„Denk an uns aus Liebe zu deinem Volk!“ Das ist der Kehrvers zum heutigen Antwortpsalm (Psalm 106).

Bei diesem Gebet fällt es dem Psalmenbeter wie Schuppen von den Augen: Haben wir eigentlich an Gott gedacht? Haben wir auf seine Sorge und Liebe Antwort gegeben?
Und er muss im Blick auf das auserwählte, von Gott befreite Volk, das auf dem Weg zu einem guten, fruchtbaren Land war, eingestehen: „Die Herrlichkeit Gottes tauschten sie ein gegen das Bild eines Stieres, das Gras frisst.“

Wogegen tauschen wir Gott heute ein? Gegen ein Auto, das Benzin (oder künftig Strom) frisst? Gegen einen Lebensstil, der die Ressourcen der Erde, die Vielfalt der Tierarten wegfrisst? Gegen eine Rastlosigkeit, die unsere Nerven und unsere Gesundheit frisst? Gegen eine Oberflächlichkeit, die uns in Krisenzeiten austrocknen lässt?

Das selbstgemachte „Goldene Kalb“ kann und darf Gott nicht ersetzen. Wir kennen heute (unter anderem) drei große „Brandbeschleuniger“ von Corona: der Karneval in Heinsberg, Skiurlaube in Österreich, das Europapokalspiel Bergamo – Valencia. Ich bin selbst jemand – wie viele von Euch wissen -, der begeistert Karneval feiert, die Berge liebt und Fußballfan ist. Es hätte mich genauso treffen können. Reisen, Hobbies, Spaß sind ein wunderbares Geschenk im Leben – aber sie dürfen uns nicht in die Illusion führen, wir brauchen Gott und seine Gebote nicht. Wie damals beim Tanz ums Goldene Kalb, während Mose mit den Tafeln der 10 Gebote vom Berg Horeb herankommt und unbeachtet bleibt.

Die Menschen dachten damals: Gott stört unser Fest, die Gebote engen ein, und wir kommen auch ohne den HERRN aus, denn wir haben uns selbst unser Götterstandbild geschaffen.

Nein, wir kommen NICHT ohne Gott aus! Bei allem, was wir selber regeln können und sollen: medizinisch und pflegerisch, in der Entwicklung von Medikamenten, in gegenseitiger materieller und persönlicher Unterstützung: Es ist Gott, in dem unser Leben festgemacht ist. Es ist Gott, der uns durch alle Wüsten des Lebens führt.

Deswegen noch einmal das kleine Gebet, das ich Euch und mir in diesen Tagen ans Herz lege: „Denk an uns, Herr, aus Liebe zu deinem Volk!“

Und denken wir aneinander, an unsere Erkrankten, alle Einsamen, Angsterfüllten und Verzweifelten – und an Gott, bei dem unsere Sorgen und Anliegen am besten aufgehoben sind.

Bleibt in Gott behütet!

Euer Pastor Christoph Bersch

 

 

 

 

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