Heute in neun Monaten ist Weihnachten. Ja und?

Liebe Gemeinden von Oberberg-Mitte!
Liebe Freunde!

Heute in neun Monaten ist Weihnachten. Ja und? Haben wir nicht gerade andere Sorgen? Und wenn viereinhalb Monate vor dem Weihnachtsfest schon die Lebkuchen und Printen bei hochsommerlichen Temperaturen in den Supermärkten nerven und für Spott und Kopfschütteln sorgen, was soll dann heute der Verweis auf das Fest der Geburt Christi?

Neun Monate: da war doch was? Die Geburt eines Menschen hat (in der Regel) genau diese Vorbereitungszeit, beginnend bei der Zeugung und der anschließenden Zeit der Schwangerschaft. Gutes (also wir ) braucht Zeit zum Wachsen! Erst im Verborgenen, dann von außen sichtbar, für Mütter sehr spürbar, und schließlich die Geburt, der Eintritt in unsere Welt.

Bei Jesus war es genauso – und doch ganz anders. Auch sein Leben begann im Schoß seiner Mutter. Und Maria erlebte ebenso die Freuden und Beschwerden einer Schwangerschaft und eine Geburt unter besonderen, schwierigen Umständen. Jesus brauchte Windeln und bekam die Brust, er weinte und lachte, lernte sehen, krabbeln, laufen, sprechen… – wie wir alle.

Und doch war es bei Jesus ganz anders. Weil er nicht ein Kind zweier Menschen und Josef nicht sein leiblicher Vater war. Durch das Wirken des Geistes Gottes, der über Maria gekommen ist, begann sein Leben: „Die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.“

Heute feiern wir im Hochfest „Verkündigung des Herrn“ jenen Anfang, den Gott selbst gesetzt hat. Den Anfang des Neuen Testaments. Den Anfang einer neuen Zeit. 2020 – wenn wir diese Jahreszahl schreiben, erinnert sie uns an diesen Neubeginn durch Gott selbst. Ganz leise, so wie wir alle in neunmonatiger Zweisamkeit, in der wir nur mit unserer Mutter verbunden waren, in dieser leisen Intimität herangewachsen sind. Alles Große beginnt im Kleinen. Ob es unser eigener menschlicher Beginn ist oder all das, was die Natur, nächtlicher Kälte trotzend, in diesen Wochen hervorbringt.

Diese besondere Zeit von Corona, die uns so sehr herausfordert, bietet die Chance, das Leise neu wahrzunehmen. Zu entdecken, wo (oft menschliche) Engel uns besuchen, auch über Mail und Skype, durch WhatsApp, Telefon oder einen Brief. Gabriels Besuch begann damals mit einem herzlichen Willkommen: „Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade.“
Und dann folgte diese einfache und doch so entscheidende Zusage: „Der Herr ist mit dir.“

Ob der heutige 25.3. oder in neun Monaten der 25.12.: es geht um das feste Vertrauen, dass Gott in unsere Welt kommt. Sie besucht, um sie ganz und gar zu heilen, zu befreien, zu erneuern. Und jeder neue Mensch, der in unsere Welt geboren wird, ist ein Zeichen der Hoffnung und ein JA zum Leben!

Leben wir das Willkommen gerade jetzt! Sprechen wir uns das Gute zu:
Der Herr ist mit DIR!
Ob wir dann zu jener Antwort Marias fähig werden: „Mir geschehe nach deinem Wort“?
Ich wünsche es uns!

Einen gesegneten Tag wünscht Euch allen

Euer Pastor Christoph Bersch

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