Der Impuls – von Diakon Rolf Faymonville

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

im heutigen Sonntagsevangelium gibt Jesus seinen Jüngern ein neues Gebot. Es ist DAS Gebot schlechthin: „Liebt einander wie ich euch geliebt habe. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“

Nichts ist klarer, nichts entschiedener, nichts schwieriger – und zugleich einfacher. Die Verkündigung des Glaubens gelingt nur, wenn wir einander lieben – und auch den Fernstehenden, den Suchenden, den Zweifelnden. Nur die Liebe wird Menschen davon überzeugen, dass unser Glaube glaubens- und lebenswert ist. Nur die Liebe, die wir im Alltag in die Tat umsetzen, die wir Menschen schenken, die sie scheinbar gar nicht verdient haben, Menschen, die sie aber brauchen, wird deutlich zeigen, wie Gottes Liebe zu uns Menschen ist. Nur eine bedingungs- und voraussetzungslose Liebe kann ein Zeugnis sein, das andere ansteckt, auch diesen Gott zu suchen, der die Quelle einer solchen Liebe ist.

Wie weit ist eine solche universale Grundhaltung der Liebe entfernt von national-elitärem Denken, wie weit entfernt ist sie von Egoismus, von ökonomischer Kurzsichtigkeit und ökologischer Nachlässigkeit! Wie weit ist eine solche Liebe entfernt von Fremdenhass und Angst! Wer so liebt wie Jesus, der nimmt Verantwortung wahr, der kümmert sich, der ändert sich und sein eigenes Leben, bevor er andere belehrt und indoktriniert. Wir verändern die Welt, wenn wir uns verändern! Das erfordert Mut. Aber nur so haben wir Christen einen unverwechselbaren und unverzichtbaren Platz in dieser Welt.

Und diesen Platz sollen, ja müssen wir einnehmen – aus Liebe zu Gott und den Menschen, aus Liebe zur Welt. Darum müssen wir auch Verantwortung im politischen Bereich übernehmen, zumindest unser Wahlrecht wahrnehmen. Denn nur, wenn wir klar Position beziehen, verhindern wir, dass Hass und Missgunst, dass Egoismus und Nationalismus, dass  Irrtum und Betrug in Europa und in der Welt die Oberhand gewinnen. Nicht wählen, heißt, den dunklen Mächten Raum zugestehen und denen Macht geben, die das größere Übel sind. Auch wenn Sie nur ein „kleineres Übel“ wählen können sollten: Gehen Sie wählen, aus Liebe!

Im Namen des ganzen Seelsorgeteams wünsche ich Ihnen einen gesegnete Woche!

Ihr Diakon Rolf Faymonville

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